Rettungsdienst oder qualifizierter Krankentransport: Warum eine Trennung sinnvoll ist!

 

Laut dem bayerischen Innenministerium kannten im Jahr 2012 nur 75% aller Deutschen die zentrale Notrufnummer 112. Viel schlimmer ist es sogar in der Europäischen Union. Denn nur 17% der Deutschen sind -laut Eurobarometer 2013- darüber informiert, dass diese Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr EU-Weit gilt*.

Verwunderlich ist das sicherlich nicht, wenn man sich die Komplexität der gesetzlichen Regelungen zum Rettungsdienst in Deutschland anschaut. Wer glaubt, in Niedersachsen würde genauso gerettet wie in Berlin, der liegt nicht ganz richtig. Hierzulande ist der Rettungsdienst Ländersache und damit von Bundesland zu Bundesland in den jeweiligen Rettungsdienstgesetzen geregelt.

 

 

Die Notfallrettung, mit dem im Volksmund häufig der Rettungsdienst gemeint ist, ist bei den Landesrettungsdienstgesetzen häufig der Schwerpunkt. Eine ausdrückliche Differenzierung zum qualifizierten Krankentransport erfolgt nur vereinzelt und nicht durchgängig. Und dies, obwohl die qualifizierten Krankentransporte meist mehr als 30% der Gesamteinsätze ausmachen.

 

Qualifizierter Krankentransport ist Rettungsdienst zweiter Klasse

 

Das könnte man aus den gesetzlichen Regelungen und dem fehlenden Fokus bei den beteiligten Akteuren wie Rettungsleitstellen oder den Landesregierungen ableiten. So herrscht doch gerade im qualifizierten Krankentransport der größte Personalmangel und keiner hat so richtig Lust auf „KTW fahren“.

Durch diesen fatalen Denkfehler verlieren am Ende allerdings alle; Patient, Akteure im Gesundheitswesen und die Krankenkassen.

Dabei stellen gerade die qualifizierten Krankentransporte -einmal richtig verstanden- die finanzielle Grundlage eines Anbieters im Rettungswesen dar. 50% und mehr disponible Krankentransporte von Dauerpatienten, wie Dialysepatienten, bedeuten doch eine hohe Planbarkeit und eine verlässliche Auslastung.

Die häufig genutzten Mehrzweckfahrzeug-Strategien in diversen Rettungsdienstbereichen binden hingegen häufig Primär-Rettungsmittel in Krankentransporten, die eigentlich den Herzinfarkt oder sonstige Notfälle fahren sollten. Das wiederum sorgt für das Verfehlen der Hilfsfristen und für die Beantragung weiterer Rettungsmittel bei den Kostenträgern. Leider häufig nur eine Verschiebung des Problems.

Und auch bei den übrigen Akteuren im Gesundheitswesen und insbesondere den Krankenhäusern sorgen die aktuellen Ansätze im Rettungswesen nur für hohe Wartezeiten und damit auch für steigenden Kosten bei den Krankenkassen; zögert sich häufig doch durch fehlende Fahrzeugkapazitäten die Entlassung des Patienten länger als nötig hinaus!

 

Der qualifizierte Krankentransport braucht Spezialisten

 

Mit der neu geschaffenen Berufsausbildung des Notfallsanitäters stärkt man ein weiteres Mal – und soweit ist das auch richtiges Signal – die Notfallrettung. Denn dort wird der Notfallsanitäter sich auf Rettungswagen, Intensivtransportwagen oder auch dem NEF wiederfinden, um den Notarzt zu unterstützen und dem Notfallpatienten so schnell wie möglich hochwertige Maßnahmen zukommen zu lassen.

Gleichzeitig entfernt man sich damit aber von dem Teamgedanken, der bis hin zu den Abschlussprüfungen auch bei den Rettungssanitätern eingehämmert wird und sogar Prüfungsrelevanz hat. Denn hier findet keine Weiterentwicklung statt, obwohl Sie dringend notwendig wäre.

Gerade der qualifizierte Krankentransport verlangt Spezialisten, die Krankheitsbilder bei Patienten erkennen. Während die Abläufe bei Notfällen strengen und klaren Algorithmen folgen, muss hier selbstständig gehandelt werden.

Darüber hinaus braucht es Menschen die über einen hohen Grad an Sozialkompetenz und Kommunikationsstärke verfügen.  Ein Kompetenzfeld, das im Krankentransport von weitaus größerer Bedeutung ist, als im Notfall.

 

Rettungsdienst ist attraktiv, qualifizierter Krankentransport ist sexy!

 

Der qualifizierte Krankentransport ist durchaus sexy, denn er

  1. ermöglicht die bessere Work-Life-Balance im Rettungswesen.
  2. bietet Anbietern und damit auch Mitarbeitern langfristige Sicherheit.
  3. schult Mitarbeiter zu Kommunikationsprofis und schärft die Auffassungsgabe.
  4. kann auch mit den scheinbar so oft „vermissten“ Blaulichtfahrten aufwarten, denn auch während eines Krankentransports können sich Notfälle entwickeln.

 

Erste Anbieter, wie R+ MediTransport, konzentrieren sich daher folgerichtig auf genau diesen großen Bereich des Rettungswesens und erschaffen damit ein Dienstleistungskonzept, das sich auch das Patientenwohl konzentriert und dazu eine hochwertige Leistung fordert.

Hier werden Mitarbeiter über das normale Maß an medizinischen Fortbildungen hinaus in Kommunikation und Sozialkompetenz entwickelt. Fahrzeuge, medizinische Ausstattung und Schulungskonzepte werden auf qualifizierte Krankentransporte ausgelegt.

 

*Flash Eurobarometer Nr. 368, The European Emergency Number 112 – Summary, vom 11. Februar 2013, S. 7

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